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Der Präsident der Stiftung hat es als "fahrlässig" bezeichnet, ein Volksbegehren gegen die Neubebauung zu unternehmen, vor allem solange der "endgültige Entwurf" nicht bekannt sei.
Hierzu ist zu sagen: Fahrlässig handeln nicht wir, sondern die Stiftung, wenn sie ohne Not das Weltkulturerbe Museumsinsel Berlin in Gefahr bringt.
Die Museumsinsel ist Weltkulturerbe und damit gleichrangig mit dem Prager Hradschin, der Alhambra und gut vergleichbar mit der Münchner Residenz (letzteres m.E. kein Weltkulturerbe, da Neubau); kein Mensch kommt auf die Idee, diesen gewachsenen Ensembles einen modernen "Funktionsbau" hinzuzufügen.
Der Ruf Deutschlands hinsichtlich seiner Welterbestätten ist bedroht: Überall wird mit recht laxer Hand der Welterbestatus zunächst ignoriert nach dem Motto: "Unsere heutigen Belange sind wichtiger, und das kriegen wir mit der UNESCO schon irgendwie hin". Im Zweifel wird, wie gerade jüngst bezüglich Dresden (Urteil des OVG) geschehen, einfach das Rechtsgut UNESCO-Welterbeschutz dem jeweiligen anderen Belang untergeordnet. Deutschland ist auf dem besten Wege, Sünder Nr. 1 hinsichtlich der Verletzung und Beeinträchtigung seiner Welterbestätten zu werden. Potsdam, Aachen, Köln, Dresden ... die Liste wird immer länger.
Wir rufen den Senat auf, eine durch Berliner Recht gesetzte rechtlich bindende Schutz-Satzung festzulegen, das das historische Erscheinugnsbild der Museumsinsel nicht beeinträchtigt werden darf, und die vorsieht, auch die Außenbereiche nach historischem Vorbild für den Besucher herzurichten.
Wir sind nicht gegen moderne Architektur, im Gegenteil. Aber moderne Architektur soll durch sich selbst stark sein und im eigenen Zusammenhang – gelungene Beispiele gibt es, auch in Berlin, genug. Jeder von uns hat seine Bereiche, auch moderner Architektur, die er besonders liebt und die er gerne aufsucht. Hier, wo Berlin entstanden ist – Schloß, Forum Fridericianum, Museumsinsel – sollte man auf den ständigen Zwang zur "modernen Ergänzung" verzichten. Moderne Architektur als Ausrufezeichen gegen das Alte – das spricht nicht für Selbstbewußtsein, sondern offenbart eine unreife, pubertäre Haltung.
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