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Hier geben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen:
01 Frage:   Richtet sich die Initiative "Rettet die Museumsinsel" eigentlich gegen Moderne Architektur grundsätzlich?  
       
  Antwort:   Nein. Moderne Architektur konnte und kann sich überall in Berlin entfalten, leider nicht immer in geglückter Art und Weise. Die Mitte Berlins, im besonderen die Museumsinsel bietet aber noch Ensembles in fast unverfälschtem historischem Zusammenhang. Den wollen gewahrt wissen. Hier ist kein Platz für moderne Ergänzungen, deren Qualität mit Fug und Recht in Frage gestellt werden darf.  
       
       
02 Frage:   Schadet die Initiative nicht dem Ansehen Berlins?  
       
  Antwort:   Dem Ansehen Berlins schadet die mangelnde Transparenz, die die Stiftung PKB bei dem Umgang mit dem baulichen Erbe an den Tag legt. In bester Gutsherrenmanier wird selbstherrlich eine Ideologie vom "modernen Weiterbau in alter Tradition" ausgerufen, ohne Rücksicht auf das Erbe. Dem Ansehen Berlin schadet auch die Polemik gegenüber dem Volksbegehren: es ist eine Polemik gegenüber dem Steuerzahler, der all das eigentlich bezahlen muß. (etc.)  
       
       
03 Frage:   Das alte Museum ist doch zerstört, warum fordern sie die Rekonstruktion. Das wäre doch eine billige Kopie.  
       
  Antwort:   Die These, daß ein zerstörtes Gebäude nicht rekonstruiert werden darf, weil es sonst eine Kopie und damit Disneyland wäre, ist eine ideologisches Relikt der 80er Jahre. Sie ist vielfach wiederlegt worden, nicht nur durch die Frauenkirche in Dresden, nur wenige 100 Meter von der Museumsinsel entfernt steht die Rekonstruktion der Bauakademie von Schinkel an. Der Wert eines Gebäudes liegt nicht in der Frage, wann die Ziegel gemauert wurden, sondern in der räumlichen und gestalterischen Idee, die in der Bausubstanz zum Ausdruck kommt.   
       
       
04 Frage:   Der Architekt David Chipperfield hat sich gegenüber der Initiative gesprächsbereit gezeigt.  
       
  Antwort:   Herr Chipperfield ist nicht unser Ansprechpartner, sondern sein Bauherr. Der Bauherr ist die Stiftung und der Bund als Geldgeber. Bei allem Respekt vor seinem Renommee als Architekt sind wir schlicht davon überzeugt, daß seine Architekturhaltung nicht die richtige Grundlage für eine Umgestaltung der Museumsinsel ist. (Siehe auch: Der Architekt)  
       
       
05 Frage:   Das Konzept von Chipperfield für das neue Museum wurde als besonders sensibel gewürdigt, sehen Sie das nicht so?  
       
  Antwort:   Wir sprechen Herrn Chipperfield nicht ab, daß er in akribischer Recherche an der Ruine nach den originalen Resten des Stülerbaus geforscht hat. Kommende Generationen aber werden fragen: wie konnte man zulassen, die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und damit den Verlust kulturellen Erbes in einem so bedeutenden Gebäude zu manifestieren, während zur gleichen Zeit in ganz Deutschland Baudenkmäler wiederhergestellt und ins Bewußtsein der Menschen zurückgeholt wurden.  
       
       
06 Frage:   Kommt die Initiative nicht schon zu spät?  
       
  Antwort:   Das Eingangsgebäude ist noch nicht gebaut. Das Neue Museum steht kurz vor der Vollendung, allerdings sind die Eingriffe von Chipperfield immer noch zu reparieren, spätestens die nächste Generation hat dazu die Möglichkeit.